
Der Kreis schließt sich 🚒
2015 habe ich hier zum ersten Mal von meinem Traum geschrieben: einem eigenen Feuerwehrspiel. Befeuert von Emergency 1–4, Feuerwache.net, LstSim.de und später Leitstellenspiel.de. Gut zehn Jahre später hat dieser Traum eine Wendung genommen – zurück zu seinem Anfang.
Was in der Pause passiert ist
Anfang 2025 habe ich das Projekt pausiert, um meine Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann zu machen. Diese Zeit hat meinen Blick auf das Spiel verändert. Wer selbst an einer Einsatzstelle stand, weiß: Vor Ort passiert nichts von allein. Jemand muss absitzen, das Gerät holen, die Wasserversorgung aufbauen und entscheiden. Genau das hat mir im Spiel gefehlt.
Was die Browser-Version war
leitstelle.io war bisher ein Browserspiel: Laravel, Vue und MapLibre, eine Karte von jedem beliebigen Ort, Fahrzeuge als Symbole, die über echte Straßen fahren. Die Arbeit mit OSRM und Overpass, die eigenen Kartenkacheln, das Map Debugging Tool – all das hat mir unglaublich viel beigebracht.

Aber ehrlich gesagt war es ein Leitstellenspiel, wie es schon viele gibt: Du disponierst, ein Timer läuft ab, fertig. Spannend für ein paar Einsätze, aber nicht das Spiel, von dem ich 2015 geträumt habe.
Die Wendung
Meine Begeisterung kam immer von zwei Seiten: von der Leitstelle aus Leitstellenspiel.de und LstSim.de und von der Einsatzstelle aus Emergency. Leitstelle vereint jetzt beides und geht darüber hinaus. Du nimmst den Notruf an, alarmierst die passenden Fahrzeuge von echten Wachen – und wenn sie ankommen, übernimmst du selbst.
Was das Spiel jetzt ist
Echte Karte, echte Daten. Der ganze Landkreis Freising, gebaut aus OpenStreetMap und dem bayerischen Geländemodell: 83 Feuerwachen, 3.716 Hydranten und über 130 Fahrzeuge nach dem Vorbild der echten Wehren. Die Einsatzmeldungen tragen echte Adressen.

Disponent und Einsatzleiter. Die Fahrzeuge warten auf ihre Mannschaft, fahren echte Straßen und melden ihren Status wie im Funk. Vor Ort lässt du die Mannschaft absitzen, holst Schlauch, Schere oder Säge vom Fahrzeug und bringst die Drehleiter in Stellung.
Feuer und Wasser, simuliert. Ein Brand wächst, wenn zu wenig Wasser ankommt. Du legst die Versorgungsleitung zum Hydranten, saugst aus dem Bach an oder baust lange Schlauchstrecken von Fahrzeug zu Fahrzeug.

Gemeinsam mit Freunden. Ihr spielt im Koop in derselben Welt. Jeder übernimmt eigene Fahrzeuge, und pausiert wird nur, wenn alle zustimmen.

Und weil Fehler zur Entwicklung dazugehören, gibt es Summi: eine kleine Drohne mit großen Augen, mit der ihr Fehler direkt im Spiel melden könnt.

Neue Technik, altes Wissen
Leitstelle läuft nicht mehr im Browser, sondern als Desktop-Spiel auf macOS, Windows und Linux, gebaut mit Rust und Bevy. Vom alten PHP-Code ist nichts übrig geblieben, vom Wissen dagegen sehr viel: die Recherche zu Wachen und Fahrzeugen, die Logik hinter Einsatzstichworten und Alarmierung, die Ideen rund um Erkundung und Nachalarmierung. Die Browser-Version war kein Umweg, sie war das Fundament.
Freising zuerst, dann Deutschland und darüber hinaus
Der erste Landkreis ist Freising. Dort kenne ich mich aus, und dort lässt sich jedes Detail prüfen. Die Technik dahinter ist aber für ganz Deutschland gedacht – und darüber hinaus.
Was als Nächstes kommt
- Einsätze, die falsch gemeldet werden, und eine Erkundung, die zeigt, was wirklich los ist
- Wind, der Brände auf Nachbargebäude übergreifen lässt
- eine lebendige Welt, in der der Verkehr eine Rettungsgasse bildet
- Rettungsdienst, Polizei und THW
- eine dauerhafte Welt, die rund um die Uhr weiterläuft
- eine Begleit-App für unterwegs
Ein Datum gibt es bewusst noch nicht. Erste Testrunden kündige ich zuerst im Discord und im Forum an. Schaut vorbei, erzählt mir von euren Wachen und Fahrzeugen, und lasst uns gemeinsam das Feuerwehrspiel bauen, von dem wir immer geträumt haben.
Der Kreis schließt sich. Bis bald!
André